Meine Figur:
Martin Waldseemüller
Wer war Martin Waldseemüller?
Martin Waldseemüller war ein Kartograf aus dem 15. und 16. Jahrhundert aus Freiburg und wurde dadurch bekannt, dass er Amerika den Namen verlieh. Er benannte die neue Welt nach Amerigo Vespucci, der, seiner Meinung nach, der ware Erkenner dieser ist. Mehr über Waldseemüller kann man auf der QR-Code Seite nachlesen (s.o.).
Warum Martin Waldseemüller?
In den letzten Wochen und Monaten haben wir uns mit verschiedenen Personen aus den neun Jahrhunderten Freiburgs beschäftigt. Da ich mit einer weiteren Schülerin eine Präsentation über das 15. und 16. Jahrhundert für den Seminarkurs gehalten habe, wollte ich auch bevorzugt eine Person aus einem dieser Jahrhunderte auswählen. Nachdem wir alle mehrere Persönlichkeiten und Ideen zusammengetragen hatten, entschied ich mich für Martin Waldseemüller. Aber wieso genau? Natürlich liegt dies nicht nur an den Jahrhunderten, in denen er lebte, sondern auch daran, dass er Amerika Amerika nannte.
Amerika kommt vielen, zumindest mir, oft unerreichbar vor, eine Landmasse ein paar tausend Kilometer von unserer Heimat entfernt, mit vielen verschiedenen Kulturen und Sprachen. Doch wenn man bedenkt, dass ein Kartograf aus Freiburg, meiner Heimatstadt, diesen Kontinent benannt hat, erscheint es plötzlich nicht mehr so weit entfernt.
Diese Tatsache hat mein Interesse für Martin Waldseemüller geweckt und somit habe ich ihn auch ausgewählt.
Wieso habe ich die Figur Waldseemüllers so gestaltet, wie sie ist?
Haltung und Gegenstände
Zuerst hatte ich eine ganz andere Vorstellung, wie die Figur aussehen, bzw. welche Gegenstände sie tragen sollte. Meine erste Idee bezüglich dessen war, dass Waldseemüller auf z.B. einem Stuhl oder Ähnlichem sitzt und über seinen Beinen seine Karte liegen hat und in einer Hand eine Feder hält.
Ich entschied mich jedoch, was die Karte anbelangt, relativ schnell um. Ein Globus schien nicht nur audrucksstärker bzw. die Aufmerksamkeit von anderen Personen besser zu erregen, sondern war auch was das Praktische anbelangt unkomplizierter und realistischer. Außerdem zählte zu Waldseemüllers Werken, die "die neue Welt" Amerika nannten, neben einer Karte auch ein Globus, weswegen dem nichts entgegen stand.
Mit dieser Entscheidung einherrgehend war die Haltung, bzw. die Pose der Figur. Da ich nun keine Karte mehr über seine Beine legen musste, schien eine stehende Position besser. Außerdem stellte mich die Idee Waldseemüller sitzend zu machen, vor mehrere Probleme:
Ich musste einen Stuhl oder dergleichen finden, mir überlegen, wie man die Figur darauf fest macht, ob man den Besenstiel nun absägt oder ein Loch in den Stuhl bohrt, um diesen durch zu stecken etc.
Auch die Feder wurde rasch von einem Zirkel ersetzt, da dieser wohl eher zu einem Globus und einem Kartographen passt.
Kleidung und Farbe
Bei der Kleidung und Farbe musste ich mich an Gemälden von Zeitgenossen Waldseemüllers orientieren, da von ihm selber keine Gemälde oder Beschreibungen existieren (abgesehen von einem Gemälde, welches jedoch erst ein paar Jahrhunderte später gemalt wurde).
Als Orientierung nahm ich hierfür das Gemälde "Die Gesandten" von Hans Holbein der Jüngere, welcher das Bild im Jahre 1533, also nur ca. 13 Jahre nach Waldseemüllers Tod, malte. Man kann also davon ausgehen, dass Waldseemüller so ähnliche Kleidung trug.
Da dieser außerdem nicht zum Adel gehörte, sondern als Sohn eines Metzgers eher zur Mittelschicht, waren zu ausgefallene Kleider, wie auf dem Gemälde, sowie bunte Farben ausgeschlossen. Ich entschied mich daher für einen relativ schlichten, dunkelbraunen Mantel mit kurzen, gepolsterten Ärmeln, angelehnt an den des Diplomaten (links auf dem Gemälde), ein weißes Hemd, eine schwarze Strumpfhose, braune Schuhe und eine dunkle Mütze.
Bei seinen Haaren konnte ich frei entscheiden, da Männer damals oft längere Haare, jedoch auch kurze hatten. Somit entschied ich mich für relativ kurze Haare, was eher optische Gründe hat.
Als Kontrast zu dem relativ bräunlichem Erscheinungsbild der Figur, malte ich den Globus blau und grün an. Hierfür nahm ich wieder das Gemälde "Die Gesandten" als Orientierung, da dort im Hintergrund zwei bläulich-grüne Globen zu sehen sind. Außerdem half mir auch der Schöner-Globus von Johannes Schöner, dem Schüler Waldseemüllers, bei der Gestaltung des Globus weiter. Der bunte Globus weckt nun schnell das Interesse und sticht als Werk Waldseemüllers gut hervor.