900 Jahre Freiburg

Freiburg wird dieses Jahr 900 Jahre alt.
Aber wer hat die Stadt in diesen neun Jahrhunderten geprägt?

Die Idee

Freiburg wird dieses Jahr 900 Jahre alt.
Aber wieso ist die Stadt heute so, wie sie ist?
Wie ist sie entstanden, was ist ihre Geschichte?
Warum ist Freiburg weder eine Metropole geworden noch ein Dorf geblieben?
Und vor allem: Wer oder was hat Freiburg geprägt?
Wir wollen uns in diesem Seminarkurs mit jenen Fragen auseinandersetzen und 9 Figuren zu den neun Jahrhunderten erstellen.
Ab Juni wollen wir diese dann vor unserer Schule unter dem Namen:
"Du bist die Zehn! Wer war vor dir da?" ausstellen.

Über uns

Wir sind neun Schülerinnen und zwei Lehrer des St. Ursula Gymnasiums in Freiburg.  Uns interessiert, wer Freiburg in den neun Jahrhunderten geprägt hat, ob Freiburg typisch ist und wieso die Stadt heute so ist, wie sie ist. Zusammen werden wir in unserem Seminarkurs "Du bist die Zehn! Wer war vor dir da?" diesen Fragen auf den Grund gehen und neun Figuren zu neun Personen, die etwas mit der Geschichte Freiburgs zu tun haben, erstellen.

Ist Freiburg typisch?

In den letzten Monaten haben wir uns vertieft mit der Frage beschäftigt, ob Freiburg, im Vergleich zu anderen Städten in den letzten Jahrhunderten, typisch war bzw. ist.
Dazu haben wir in Gruppen jeweils zwei Jahrhunderte mit Hilfe einer Präsentation vorgestellt, damit jeder einen groben Überblick über die Ereignisse in Freiburg im Vergleich zu Europa in den verschiedenen Jahrhunderten hat. Und mit diesem Wissen bin ich zu folgenden Antworten gekommen...

Freiburg war weder gänzlich typisch noch untypisch in den letzten Jahrhunderten. Manchmal gehörte Freiburg zu den ersten Städten, die etwas Neues einführten, manchmal war die Stadt aber auch spät dran.
Freiburg wurde im 12. Jahrhundert nach der Übergabe des Landes von dem Zähringer Berthold dem Dritten an seinen Bruder Konrad von diesem gegründet.

13. und 14. Jahrhundert:
Das 13. Jahrhundert beginnt für Freiburg mit dem Beginn des Münsterbaus. Auch in den folgenden Jahren werden weitere Klöster etc. gebaut.
Die Zähringer Linie starb in diesen Jahrhunderten aus und die Stadt ging somit an den Grafen von Urach. Daraufhin verkauften die Freiburger Bürger die Stadt im Jahre 1368 an die Habsburger, da sie mit dem damaligen Herrscher nicht zufrieden waren.
Freiburg war hinsichtlich des Handels in diesen Jahrhunderten ein Vorreiter. Ein Münzsystem (Rappen) zusammenhängend mit einem Münzbundes mit anderen Städten wurde eingeführt, was den Handel sichtlich erleichterte.
Auch damals war der Judenhass schon präsent, sodass diese, wie später noch häufig passieren sollte, für Missstände verantwortlich und zur Rechenschaff gezogen wurden.

15. und 16. Jahrhundert:
Das 15. Jahrhundert war von der Gründung der Freiburger Universität geprägt, welche bis heute noch eine wichtige Rolle für die Stadt spielt. 1513 folgte die Fertigstellung des Münsters.
Während der Reformation blieb Freiburg katholisch, was im Vergleich zum Umland, welches gänzlich reformiert wurde, relativ untypisch war. Dadurch flüchteten sich auch viele katholische Persönlichkeiten nach Freiburg.
Wiederum relativ typisch war die Pestwelle um 1564, die natürlich auch in Freiburg starke Auswirkungen hatte. Es starben mehrere Tausend Menschen in diesem Zeitraum an der Pest. Damit einhergehend war die Hexenverfolgung, denn oft wurden Hexen für z.B. die Pestepidemie verantwortlich gemacht. Wegen Gründen, wie rote Haare, Sommersprossen oder Muttermalen wurden zu dieser Zeit in Freiburg mehr als Hundert Frauen und Männer hingerichtet.

17. und 18. Jahrhundert:
In diesen Jahrhunderten wechselte Freiburg, durch die ständig herrschenden Kriege, sehr häufig die Herrscher. Während des 30. jährigen Krieges wurde Freiburg sogar mal von Schweden erobert, jedoch änderte sich dies anschließend wieder. Am Ende des 30. jährigen Krieges hatte zwei Jahre lang Frankreich die Macht über Freiburg. In dieser Zeit wurde auch die Festung Vauban in Freiburg erbaut.
1745 ging die Herrschaft wieder an die Habsburger, jedoch war dies nicht von langer Dauer, die Eroberungen hielten weiter an.
Am Ende des 18. Jahrhunderts war die Einwohnerzahl Freiburgs schließlich stark gesunken.

19. und 20. Jahrhundert:
Im 19. Jahrhundert wurde Freiburg an das protestantische Baden übergeben.
1845 gab es eine erste Zugverbindung nach Offenburg. Dies könnte man auch in gewisser Weise als untypisch sehen, da die erste Zugstrecke in Deutschland erst ein paar Jahre zuvor veröffentlicht wurde. Ab da startete dann auch die Verstädterung. In dieser Zeit entschied sich außerdem, dass Freiburg wohl keine Industriestadt werden wird.
1900 wurde das erste Mal eine Frau in der Universität in Freiburg zugelassen.
Das 20. Jahrhundert war in Europa gänzlich vom Nationalsozialismus und vom zweiten Weltkrieg geprägt. Auch Freiburg verhielt sich typisch für diese Zeit und positiv der damaligen Politik etc. gegenüber. 
Die Synagoge wurde in der Reichsprogromnacht zerstört, an was uns heute immer noch der Platz der alten Synagoge erinnert. Juden wurden deportiert und schließlich fast die komplette Innenstadt Freiburgs zerstört.
Nach dem Krieg wurde wurde Freiburg von Frankreich besetzt und 1952 Teil von Baden-Württemberg. 
Heute gilt Freiburg als grüne Stadt, die bis heute wächst und zu der immer mehr Stadtteile dazu kommen.