Die neun Figuren
Kriterien für die Figuren
In unserer ersten Sitzung haben wir überlegt, ob es Kriterien für unsere Figuren geben muss. Weibliche Helden, Männliche Herren, Unvergessliche Persönlichkeiten oder vergessene Personen? Wir haben beschlossen, dass es weder Tiere noch Gebäude sein sollten, sondern Menschen aus der Geschichte Freiburgs. Da die Stadt von unterschiedlichsten Personen über die Jahrhunderte hinweg geprägt wurde, sollten auch unsere Figuren verschiedenste Menschen aller Art darstellen. Diese können Berühmtheiten, aber auch "ausgedacht" sein: Personen, die für ein Ereignis stehen, das Freiburg geprägt hat. Da wir auf eine Mädchenschule gehen, ist für uns außerdem bedeutend, dass auch weibliche Personen unter den 9 Figuren vertreten sind.
In den nächsten Wochen werden wir nun durch Projekte und Recherchen Personen (und Ereignisse) sammeln, die wir als Figuren darstellen können.
Das Bauen der Figuren
Das Erstellen der Figuren neigt sich nun langsam dem Ende zu, und nachdem wir ca. ein viertel Jahr (mit Unterbrechungen durch Covid-19) an diesen gearbeitet haben, kann ich nun endlich stolz verkünden, dass bei meiner Figur von Martin Waldseemüller nur noch ein paar Kleinigkeiten fehlen. Den Weg zur (fast) fertigen Figur möchte ich nun hier beschreiben:
Die Idee und Unterstützung für das Bauen der Figuren haben wir von Daniela Häbig, einer freischaffenden Künstlerin aus Freiburg, die unter anderem Kurse zum Bau von Nanas anbietet, erhalten. Hierfür hat sich unser Seminarkurs erstmals am 14. und 15. Februar mit Frau Häbig in der Schule getroffen. An diesen zwei Tagen haben wir eine Einweisung zum Bau erhalten und den Grundstein für die weiteren Schritte gelegt.
Das Grundgerüst der Figuren haben wir aus Hasendraht geformt:
Erst den Brustkorb, dann den Kopf, schließlich die Arme, Beine und Füße. Hier mussten wir schon direkt darauf achten, was für eine Pose die Figur später einnehmen soll und dementsprechend die verschiedenen Teile formen.
(Wieso ich die Figur von Martin Waldseemüller so gemacht habe, wie sie ist, kann man auf der Seite "Martin Waldseemüller" nachlesen.)
Nachdem die Beine an den Rest des Körpers angefügt wurden, steckten wir die Figuren auf Besenstiele, und diese in Backsteine, damit sie aufrecht stehen können.
In den darauffolgenden Terminen kamen noch Gegenstände, Andeutungen von z.B. Kleidung und Ausbesserungen von schon Vorhandenem dazu.
Ich habe mich bei Waldseemüller für einen Globus und einen Zirkel entschieden, die er in seinen Händen halten soll. Außerdem machte ich Andeutungen von Ärmeln, eines Mantels und Schulterpolster, sowie eine Mütze. Hierfür habe ich mich an dem Bild "Die Gesandten" von Hans Holbein dem Jüngeren orientiert, welches nur ca. 13 Jahre nach Waldseemüllers Tod gemalt wurde und somit einen Anhaltspunkt für die Kleidung von diesem bietet.
Als wir schließlich mit dem Grundgerüst fertig waren, ging es ans Einkleistern mit Zeitungspapier. Hierfür brauchten wir mehrere Nachmittage und viel Geduld.
Als dann am 17. März die Schule wegen Covid-19 geschlossen wurde, war ich (bis auf die Füße) koplett fertig.
In den vier Wochen zwischen der Wiedereröffnung der Schule und den Pfingstferien arbeiteten wir schnell und produktiv, da wir uns das Ziel gesetzt hatten, in diesem Zeitraum (fast) fertig zu werden. Wir sprühten die Figuren mit Bauschaum aus und malten sie mit weißer Wandfarbe an.
Nun kamen wir endlich zum Anmalen.
Auch hier orientierte ich mich wieder an "den Gesandten" und malte einen dunkelbraunen Mantel, ein weißes Hemd, eine schwarze Strumpfhose, braune Schuhe, sowie eine dunkle Mütze.
Der Globus war wohl die größte Herausforderung. Ich musste mich an Bildern von damaligen Globen und der Waldseemüller Karte orientieren, um die Landmassen möglichst korrekt auf den Globus zu malen.
Nun fehlen nur noch kleine Ausbesserungen, wie Haare und der Figur etwas mehr Tiefe zu verleihen. Außerdem werden die Figuren nach den Ferien noch mit Bootlack eingepinselt, um sie wetterfest zu machen.
Die letzten Schritte zur Vervollständigung der Figuren sind gegangen. Ich habe der Figur von Waldseemüller kurze braune Haare gemalt und mit einer etwas dunkleren Farbmischung dem Hemd etwas mehr Tiefe gegeben. Der Globus war noch etwas schlicht, weswegen ich mich dazu entschied über die Landmassen noch einmal mit einer sandigen und grünlichen Farbe zu übermalen, um das ganze abwechslungsreicher zu gestalten. Außerdem habe ich über die westliche Landmasse "America" geschrieben um den Fokus auf dieses zu lenken und mit brauner Schnur den Äquator, sowie vier Längengrade anzudeuten, sodass der Globus geviertelt wird und dieser realistischer wirkt.
Die letzten Änderungen endlich abgeschlossen, ging es in der letzten Stunde an das einpinseln der Figuren mit Bootslack. Hier haben wir uns nach einigen Überlegungen für matten Lack entschieden. Nun fehlt nur noch eine zweite Schicht, die wir am kommenden Mittwoch auftragen werden, dann sind wir nach ca. einem viertel Jahr fertig mit unseren Figuren und können diese endlich aufstellen und Bestaunen lassen!
Ortssuche
Natürlich wollen wir die Figuren auch austellen und Touristen, sowie Freiburgern/innen selbst, die neun Personen aus der Geschichte Freiburgs näherbringen. Hier haben wir den Plan gefasst die Figuren ab dem ersten Juli im Eingangsbereich unserer Schule auszustellen und dann über die Sommerferien verteilt in Freiburg, an Stellen, die auch mit der jeweiligen Figur in Verbindung gebracht werden können.
Für Waldseemüller gab es mehrere Möglichkeiten. Meine Idee seine Figur vor das Landkartenhaus Freiburg zu stellen, wo man einen guten Bezug zu diesem gehabt hätte, stellte sich rasch als Sackgasse heraus: In dem Laden selbst ist nicht genug Platz um die Figur dort Nachts unter zu bringen. Weitere Möglichkeiten sind: Eines der Cafes in der Nähe der KG3, bei der eine Waldseemüllerkarte hängt, die Universität selber, oder die Touristeninformation, bei der man direkt auch bei Touristen auf unser Projekt hinweisen könnte und da Waldseemüller ja etwas mit Amerika zu tun hat, auch hier ein guter Bezug zu diesem besteht. Dort habe ich schlussendlich auch als zweites nachgefragt, mit positiver Antwort! Sie finden, dass es eine schöne Idee ist und sie sind damit einverstanden die Figur nachts in das Gebäude zu holen. Jedoch gab es auch hier wieder ein Problem: Der Platz vor der Touristen Information wird von der Stadt verwaltet, weswegen wir bei dieser nun nachfragen müssen, ob es möglich ist die Figur von Waldseemüller dort zu platzieren.
Noch warte ich auf eine Antwort, weswegen noch nicht sicher ist, wo der Stellplatz für die Figur über den Sommer sein wird.